Alzheimer und Demenz in der Öffentlichkeit

Rudi Assauer hat dafür gesorgt, dass heute Alzheimer und Demenz in aller Munde sind.

Öffentlich
31. Januar 2012
Alzheimer und Demenz in der Öffentlichkeit

Rudi Assauer hat dafür gesorgt, dass heute Alzheimer und Demenz in aller Munde sind.

Durch ihn selbst wurde bekannt, dass er es lange verschwiegen hat, selbst große Schwierigkeiten hat, diese Krankheit zu akzeptieren, sich ihr trotzdem stellt und dass es ständig bergab geht. Mittlerweile ist er auf tägliche Betreuung angewiesen.

Bisher waren Alterserkrankungen, allen voran Alzheimer und Demenz, eher ein Tabu-Thema in der Öffentlichkeit. Ein Schreckgespenst, ganz besonders zu der Zeit, als Harald Juhnke nach langen Jahren als Alkoholiker am Korsakow-Syndrom erkrankte, es aber immer wieder nur stark vereinfacht hieß, er würde an Alzheimer leiden.

Über die Motive von Rudi Assauer kann ich nur mutmaßen, aber zumindest erreicht seine Biographie, dass über dieses Tabu-Thema gesprochen wird. Durch die immer weiter ansteigende Lebenserwartung wird die Zahl der Betroffenen schon in recht naher Zukunft immer weiter steigen und steigen. Aufklärung und vor allem Forschung tut not.

Wie seht ihr das? Verfolgt ihr die aktuelle Berichterstattung rund um Assauer und die damit verbundenen Informationen über die Erkrankung?

Wie nehmt ihr überhaupt die öffentliche Diskussion wahr? Glaubt ihr, dass sie zu einem größeren Bewußtsein über die tatsächlichen Ausmaße der Erkrankung führen wird?

Vielleicht werden auch die Nöte und Probleme der Angehörigen dadurch verständlicher und präsenter?
31. Januar 2012

Links nur für Mitglieder
31. Januar 2012
@dalarna

Vielen Dank!

Von der Reihe 37 Grad bin ich gut recherchierte Berichte gewohnt und ich hoffe sehr, dass ich die Reportage anschauen kann.
31. Januar 2012

Läßt sich gut in der Mediathek nachträglich online anschauen, falls man es verpassen sollte *ja*
31. Januar 2012

@Dalarna

danke für den tip, im handy gespeichert *grins*
02. Februar 2012
Bericht bei Youtube

Von spielluder habe ich folgenden Link bekommen.
Ich finde den Bericht sehr aufklärend und nicht aufreisserisch aufgemacht:

Links nur für Mitglieder
02. Februar 2012
ich nehme

soweit ich kann, alles auf. Gestern , Stern TV war auch ganz gut..der Mann mit 59 !!! am Anfang eines langen Alzheimer-Krankenweg!! Zahnarzt gewesen, er sagt selbst es geht ihm gut.... wird zZ nur alles bissel langsamer, sagt er!

Gunter Sachs hat sich mit 79, glaube ich, umgebracht, weil er Alzheimer im Anfangstadium hatte.. Ob das gut oder schlecht ist, keine Ahnung auf jeden Fall mutig..und wenn ich meinen Vater heute, mit 79 anschaue..naja da hat es Sachs richtig gemacht. *find*(verzeiht das harte Urteil)

Alles was in der Zeitung steht, nutzt den Betroffenen und Angehörigen..naja Bildzeitungsrecherche wohl nicht immer..aber sonst isses gut.

Ich finde allerdings das in den letzten 8 jahren , in dennen ich diese Krankheit hautnah erlebe, schon immer viel in den Zeitungen stand. Die sogenannten Promis, die jetzt krank waren und werden..nutzen natürlich- aber aufgepasst, wir , ich und Fam. haben das Glück das mein VAter ein fleisiger Mann war und wir nichts zubezahlen müssen... , egal wie alt er wird...( das sind keinen Millionen, aber er wird es nicht ganz aufbrauchen, denk ich mal und wenn dann isses nicht viel was wir zu bezahlen müssen, wäre kein Problem) andere wissen nicht wie Sie es hinbekommen sollen und sind schon mit einem Arztbesuch überfordert..

Will sagen: Wenn die Promis krank werden und es inne Zeitung kommt, dann wird es, auch wenn es ehrlich gemeint ist, schön und gut dargestellt, wie beim Ehepaar Vogel, das in eine Alten- WG gezogen ist.. das kann sich eigentlich niemand leisten und , da gibt es auch das tolle Beispiel Frau von der Leien..Die hat zwei Damen zur Kinderbetreuung und redet schlau im Fernsehen!!!

Die Promis nutzen, weil es aufrüttelt, allerdings haben Sie hier den BONUS Geld..--so wie ich das von PAPA habe.

Oder glaubt ihr ehrlich das Assauer von seiner Tocher gepflegt wird..jeden Tag ?? natürlich nicht.

FAZIT : Gut das es in aller Munde ist, aber ...Assauer und andere sind aber nicht das Leben, in dem die meisten von uns Leben..

eig
02. Februar 2012

Da mich LoD darauf aufmerksam gemacht hat, dass dieser Thread öffentlich ist kann und darf ich ja auch was hier schreiben.

Gut das es in aller Munde ist, aber ...Assauer und andere sind aber nicht das Leben, in dem die meisten von uns Leben..
Das stimmt schon, aber leiden sie deshalb weniger?
Warum ihnen zum Vorwurf machen, dass sie Geld haben. Hätten wir alle es, würden wir für uns und unsere Angehörigen auch alles machen, was man mit Geld bezahlen kann. Ich finde daran nichts schlechtes.

Gabi Köster hatte zur gleichen Zeit einen schlimmen Schlaganfall wie meine Mutter. Gabi kann heute ziemlich gut wieder gehen, meine Mutter sitzt aber immer noch im Rollstuhl. Sicher sind hier auch aufgrund des Geldes andere Behandlungsmethoden möglich gewesen. Aber deshalb kann man doch nicht böse sein. Gelitten habe beide und beide gleich, da spielt das Geld überhaupt keine Rolle.

Ich kann auch verstehen, dass die Promis nach einer gewissen Zeit die Öffentlichkeit suchen. Sie standen immer in der Öffentlichkeit, der Fokus war ständig auf sie gerichtet. Dann plötzlich verschwinden sie von der Bildfläche und die Spekulationen fangen an. Wer mag schon gerne die wildesten Gerüchte über sich in der Zeitung lesen. Bei Assauer stand da schon, ob er alkoholkrank sei.

Er hat sich geschämt, es war ihm peinlich. Erste Anzeichen hatte er ja schon 2005 und halt also lange gewartet, bis er es überhaupt öffentlich gemacht hat.
Und ich finde, für jemanden der in der Öffentlichkeit stand, als Macho, als der Macher sich dann so darzustellen, ist das schon allerhand.

Der Fokus hat dazu einen tollen Bericht geschrieben:
Links nur für Mitglieder
Mich hat sehr die Aussage betroffen als er gefragt wurde „Was ist Ihre größte Angst?“... „Vor dem Vergessen. Ich möchte mich nicht vergessen.“


Oder glaubt ihr ehrlich das Assauer von seiner Tocher gepflegt wird..jeden Tag ?? natürlich nicht.
Warum denn nicht? Nur weil sie Geld haben? Er braucht ja keine Pflege in dem Sinn. Er kann selbstständig essen, laufen, sich ankleiden udn sich waschen. Was er ja braucht ist Aufsicht und Anleitung.


lg
spielluder



P.S. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Promis die an Krebs oder anderen Krankheiten erkranken und damit in die Öffentlichkeit gehen auch vielen helfen.....und sei es nur als Vorbild.
02. Februar 2012

Ich finde es mutig und richtig das Alzheimer und Demenz in die Öffentlichkeit rückt.
Und doch schaue ich mir nicht mehr alles an.

Sicherlich ist der, der mehr Geld hat was die Versorgung und Pflege angeht besser dran.
Diese Krankheit ist/wird sehr kostenintensiv.
Und ob Prominent oder Unsereiner diese Krankheit tragen wohl alle ganz unterschiedlich. Körperlich wie psychisch.

Der Weg ins Vergessen ist schwer. Für Patienten und Angehörige.

Barbara
02. Februar 2012
Nein kein Vorwurf,

Warum ihnen zum Vorwurf machen, dass sie Geld haben. Hätten wir alle es, würden wir für uns und unsere Angehörigen auch alles machen, was man mit Geld bezahlen kann. Ich finde daran nichts schlechtes.



das wäre ja vermessen. Es ist einfach nur ein Unterschied da..und das ist Geld. Wer verschiedene Heime *und was Mensch so nennt* kennt, der weiss was ich meine.

Dem Einzelnen mache ich keine Vorwürfe weil Sie Geld haben...wenn dann höchstens, weil Sie nicht wissen was in einer Welt, in der mit viel weniger Geld ausgekommen werden muss, los ist!!! Viele sind Realitätsfremd...so will ich es mal nennen !!

eig..is wohl aber auch allen klar und is nen anderes Thema *denk*
03. Februar 2012
Assauer und Sachs

Wenn ich nun R. Assauer so höre und lese, dann frage ich mich, ob sich seine langjährige Partnerin ob ihres Alters lieber aus dem Staub gemacht hat, als diese Krankheit mit ihm zu tragen. Ich denke die Anzeichen waren vielleicht schon zu dem Zeitpunkt da.

Und ich frage mich: was ist besser? Diese Krankheit zu (er)tragen oder wenn es noch früh genug dafür ist, den Weg von Gunther Sachs zu wählen. Er hat es bemerkt, er wollte nicht langsam verfallen und das auch noch eine Weile bewußt mitbekommen. Mag mancher seinen Weg für feige halten, ich konnte ihn sehr gut nachvollziehen.

Entscheiden muss das jeder für sich selbst. Schlimm ist nur, wenn man den Weg von Gunther Sachs wählen will, aber zu lange hofft und wartet - und dann ist es zu spät und man ist nicht mehr in der Lage selbst zu tun, was anderen verboten ist zu tun in unserem Land, egal wie sehr man auch darum bitten mag.
03. Februar 2012
ich finde...

es gut,daß endlich auch die Alzheimer/Demenzerkrankung mehr in die Öffentlichkeit rückt...bevor meine Mom diese Diagnose bekam,habe ich mich damit nicht so richtig beschäftigt.Das war vor 3 Jahren...
(Gehört aber von Freunden,Bekannten oder Kollegen...die selbst betroffen waren mit der Pflege eines Angehörigen)

Auch für mich war es schwer diese Krankheit zu akzeptieren,meine Mom zu sehen wie sie sich verändert hat und immer mehr verändert.
Wir Alle bleiben von Krankheiten nicht verschont,nur über/von uns redet niemand.
Ist man Prominent,dann sieht es gleich anders aus...sie treten an die Öffentlichkeit und schon wird diskutiert.Ich bin da ehrlich gesagt oft geteilter Meinung und bezweifle bei Einigen auch ihre Glaubwürdigkeit(ich will jetzt niemanden etwas unterstellen,steht mir auch nicht zu).Unterschiede zwischen uns wird es immer geben,auch eben die Frage des Geldes für alle möglichen Therapien oder Unterbringungsmöglichkeiten.
Trotzdem gibt es viele Prominente,die Spenden oder dazu aufrufen um eben auf diesen Gebieten Fotschritte zu machen und wirksamere Medikamente entwickelt werden können.

Doch,wie schon spielluder geschrieben hat(ich stimme ihr auch bei vielem zu)...gelitten haben Beide.
Auch das was erfolgistgut geschrieben hat,ist nicht verkehrt und ich denke bei vielem genauso.
Geteilter Meinung werden wir immer sein,trotzdem hoffe ich...daß man vor bestimmten Erkrankungen verschont bleibt.
Euch ein schönes Wochenende

liebe Grüße
blaze
03. Februar 2012
euch allen

möchte ich in vielen Dingen zustimmen da an jeder Aussage was dran ist *ja*

Ich pers. wäre sogar dafür das noch mehr Prominenz an die Öffentlichkeit gehen würde da genau um diese Menschen ein riesen Thema gemacht wird.
Alle Medien sind im Moment im Demenz Thema, die Gesellschaft bekommt kompremiert mit das es diese Krankheit gibt.
Die Berichterstattungen zeigen Filme etc, in der Zeitung ist viel zu lesen...wann kommt es vor das Demenz so in der Öffentlichkeit behandelt wird?

Also von mir aus gern mehr damit die tolle Gesundheitsreform endlich aus de Puschen kommt und gefordert wird....vielleicht ist so ein Ende in Sicht und Demenz wird so publick wie seiner Zeit HIV.....

Ich bin nicht für tratsch und im Grunde genommen interessiert es mich nicht was die Prominenz so treibt doch für dieses Thema sind sie hilfreich da die Gesellschaft genau da hinhört....

Gruß in den Abend
Ker
04. Februar 2012

Er hat sich geschämt, es war ihm peinlich. Erste Anzeichen hatte er ja schon 2005 und halt also lange gewartet, bis er es überhaupt öffentlich gemacht hat.
Und ich finde, für jemanden der in der Öffentlichkeit stand, als Macho, als der Macher sich dann so darzustellen, ist das schon allerhand.

Das war auch einer meiner ersten Gedanken,als ich von seinem Schicksal las/sah/hörte.

Und ehrlich gesagt,ich finde es gut und auch mutig wenn ein Prominenter wie Hr Assenhauer an die Öffentlichkeit geht mit dieser Erkrankung.... und wenn Dank seines "Promistatus" dieses schreckliche Erkrankung mehr in den Focus der Öffentlichkeit rutscht..ein Gesicht bekommt,umso besser.
ich sehe daran nichts Verwerfliches,im Gegenteil!
Ich habe in meiner Tätigkeit in der Altenpflege über 20 Jahre AlzheimerPatienten betreut und begleitet..bis hin zum letzten Stadium!
Habe ihre Verzweiflung tagtäglich miterlebt..diesen Kampf gegen das Vergessen..diesen stetig zunehmenden Verfall von geistigen,,aber letztendlich auch körperlichen Funktionen bis hin zum letzten Stadium..als Schwerstpflegefall!

Demenzerkrankungen,und Alzheimer ist ja nur eine davon,wenn auch für mich persönlich die Schlimmste,
werden immer mehr auftreten,
alleine schon dadurch bedingt das wir immer älter werden.

Und es muss mit aller Kraft nach neuen Therapien und Heilmöglichkeiten geforscht werden und das kostet Geld,jede Menge Geld!
Und damit diese Gelder auch weiter fliessen,muss diese Erkrankung im Focus der Öffentlichkeit sein und bleiben,wie Krebs,Aids usw...

Und wenn ein Hr Assenhauer mit seinem Schicksal und ja auch seinem "Promisstatus" dafür sorgt,
das diese Krankheit allen bewusst wird..man sich damit weiter intensive auseinandersetzt,
so sollte man darüber froh sein,
anstatt darüber zu diskutieren und spekulieren,
ob er es als Promi einfacher hat als Otto Normalbürger ,ihm sein Geld die Situation erleichtert usw....

Ich jedenfalls sage Danke an einen Mann der sehr viel Mut gezeigt hat,
in seiner Postion ,an die Öffentlichkeit zu gehen und mit einem Tabuthema zu brechen!
04. Februar 2012

Ich kann allen nur völlig zustimmen. Auch finde es gut, wenn jemand Prominentes mit seiner Krankheit an die Öffentlichkeit geht. Nur so kann eine Krankheit selbst in die Öffentlichkeit gelangen, bzw. nur dann wird sie teilweise überhaupt von der Öffentlichkeit erst wahrgenommen.

@spielluder:
Natürlich kann es sein, dass Gabi Köster aufgrund anderer Möglichkeiten jetzt wieder besser gehen kann als Deine Mutter. Aber es können auch ganz andere nicht mit finanziellen Mitteln beeinflussbare Randbedingungen dafür verantwortlich sein. Jeder Einzelfall ist anders. Mein Vater hatte vor 25 Jahren mit 54 ebenfalls einen - zum Glück wohl nur leichten - Schlaganfall. Zum Glück hat meine Mutter das unmittelbar mitbekommen. Alle haben ideal reagiert, auch Notarzt und Krankernwagen waren schnellstens vor Ort. Das Ergebnis war, dass alle Lähmungserscheinungen noch im Krankenwagen auf dem Weg ins Krankenhaus wieder weg waren. Wenn es meinem Vater nach gegangen wäre, dann wäre er gar nicht dort geblieben, sondern gleich wieder heim gegangen ...

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